Auf Abwegen

Ich bin ein Golfer, holt mich hier raus!

Rein optisch ist das Golfplatzdesign mit den vielen Bäumen und dem hohem Gras ja sehr schön. Aber abseits der Fairways hält sich die Freude über die Flora in Grenzen. Wie man sich aus solchen Lagen befreit und seinen Score im Zaum hält, zeigen uns die Pros der Golfschule Donau.

Aus Golfrevue 06/2009

 

Viele Bäume, blühende Sträucher, hohe wiegende Gräser oder unterschiedlich hohes, fettes Gras geben einem Golfplatz erst sein Gesicht und sind der Rahmen für schöne Fairways und Grüns. Wenn sich unser Ball mal auf Abwegen befindet, gilt als oberstes Gebot, diesen so sicher wie möglich (also auch auf dem kürzesten Weg, unter Inkaufnahme von Distanzverlust) auf’s Fairway zurück zu bringen. Es gilt: Schlagverlust akzeptieren, den Ball zurück ins Spiel bringen und so gröbere Score-Ausrutscher vermeiden. 

Rough

Während des Schwungs kommt viel Gras zwischen Schlägerblatt und Ball. Diesen Umstand gilt es so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu reduzieren, da sonst das Schlägerblatt im Treffmoment abgebremst wird und der Ball nicht aus dem Rough kommt. Spielt man gegen die Wuchsrichtung des Grases, wird der Schläger stärker abgebremst. Also noch beherzter durchziehen, sonst wird der Schlag zu kurz. Spielt man hingegen mit der Wuchsrichtung oder ist das Gras sehr feucht, besteht die Gefahr eines „Flyers“, ein Schlag der zu weit geht und lange ausrollt.

Längere Rough-Schläge meistert man mit einem Schläger mit mehr Loft (maximal ein 6er Eisen), leicht geöffnetem Stand und Schläger, da sich die Rasenhalme am Hosel (Bereich wo der Schaft mit dem Schlägerkopf verbunden ist) verfangen und sich der Schläger dadurch schließt. Ballposition mittig oder eher näher am hinteren Fuß, da ein steilerer Schläger-eintrittswinkel notwendig ist, damit so wenig Rasen wie möglich vor dem Treffmoment den Schläger abbremsen kann. Der Griffdruck darf ruhig erhöht werden, dies verhindert das Schließen des Schlägers.

Kürzere Rough-Schläge spielen sich im Prinzip wie die längeren Schläge, nur mit noch mehr Loft – am besten mit einem Sand- oder Lobwedge. Auch hier ist das Schlägerblatt leicht geöffnet, Ball leicht am hinteren Fuß und kräftig durchschwingen. Nur Mut!

 

Hohes Gras

Liegt der Ball in tiefem Gras und will man ihn nicht für unspielbar erklären, braucht man Genauigkeit und Kraft. Ein Schläger mit viel Loft (LW, SW, PW) mit einer scharfen Kante ist hier das richtige Werkzeug. Auch in diesem Fall sollte man den Schläger leicht aufmachen, aber auch ein wenig kürzer greifen und ein stabiles und balanciertes Setup einnehmen. Kräftig durchschwingen! Dabei sollte man möglichst steil zum Ball kommen, damit der Rasen den Schläger so wenig wie möglich abbremst.

 

 

 

Im Divot oder auf der „Glatze“

Ist das Grün in Pitch- oder Chip-Reichweite, ist es ratsam, einen Schläger mit weniger Loft zu nehmen und Chip-and-Run oder Pitch-and-Run zu spielen. Zwei Gründe sprechen für diese Entscheidung: Erstens haben Schläger mit wenig Loft weniger Bounce – und damit wird die Gefahr den Ball zu toppen geringer; zweitens wird der Schwung mit einem Schläger mit weniger Loft langsamer durchgeführt als mit einem PW oder SW – somit sind die Folgen eines Fehlschlages (zum Beispiel ein getoppter Ball) nicht so schwerwiegend.

Bei einem längeren Schlag aus einem Divot empfiehlt es sich, den Ball mittig oder leicht näher am rechten Fuß anzusprechen, und im Treffmoment sollten die Hände gut vor dem Ball sein, damit man (ähnlich wie beim Chippen) einen steileren Eintrittswinkel erreicht und zuerst den Ball und dann den Boden trifft – also ein noch tieferes Divot schlägt. Wenn man zu früh vor dem Ball am Boden ankommt, kann der Schläger abprallen und den Ball toppen.

Flach aus dem Wald

Hat man den Ball unter einen Baum gespielt, empfiehlt sich ein flacher Chip oder Punch mit einem Schläger mit weniger Loft (Eisen 5 bis 7) zu spielen – je nach Lage und Entfernung zum Ziel. Den Ball leicht rechts von der Mitte ansprechen, den vorderen Fuß leicht öffnen – das erleichtert die Ausrichtung zum Ziel und beim Rückschwung kommt der Schläger der optimalen Flugrichtung näher. Für diesen Schlag sollte man einen Halb- oder Dreiviertel-Schwung durchführen, damit eventuell herunterhängende Äste die Schlagausführung nicht stören. Die Hände ­sollten immer vor dem Schlägerkopf bleiben.
Die Kraftdosierung vorher auf der Range üben.

Fotos: Alex Kramel

 


Golfschule Donau Die Golf Schule -Donau steht für kompetenten Service und professionelle Ausbildung und ist offizielles Fitting Center für Callaway, Mizuno, Ping und TaylorMade. Das internationale Team besteht aus dem Engländer Paul Wright (PGA 1* Professional, Head Professional und Leiter der Golfschule, NLP und zertifizierter Mind Factor Coach), dem Österreicher Wolfgang Perack (PGA Golfprofessional), dem Italiener Matteo Blason (PGA Qualified Assistant, TPI Certified Golf Fitness Instructor) und dem Australier Stephen Vocetti (PGA Qualified Assistant).  

 

 

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