Friederike Polzhofer / Kursalon
Freude, sich zu plagen
Friederike Polzhofer beherrscht die perfekte Klaviatur, mehrere Jobs – vom Kursalon Wien (vormals Hübner) über die Neuen Wiener Werkstätten bis hin zur Fenster-&-Türen-Firma KAPO. Ach ja, Golf spielt sie auch noch. 
Es ist nicht immer alles nach Plan gelaufen im Leben von Friederike Polzhofer. Das gibt die Powerfrau, die eigentlich Modedesignerin war, zu. Nach der frühen Heirat wurde sie rasch ins „Rechenzentrum“ der Firma KAPO ihres Mannes Karl Polzhofer umgeleitet. „Die Frauen gehören zum Geld“, hatte ihre Schwiegermutter postuliert. Gemeinsam mit ihrem Mann baut Friederike die kleine steirische Firma in Pöllau bei Hartberg zu einem österreichischen Top-Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern aus. Der Export der Fenster und Türen erreicht mittlerweile die Spitzen der Gesellschaft. „Sogar die Queen hat sich in ihrem Domizil in Afrika österreichische Türen und Fenster einbauen lassen“, erzählt die außerordentlich attraktive Geschäftsfrau nicht ohne Stolz. Und bohrt man ein wenig nach, fallen Namen, die man fast täglich in den Nachrichten hört und bei denen KAPO sozusagen mit der Tür ins Haus fällt. Ein erster zusätzlicher Geschäftszweig erwuchs 1986 durch den Kauf der Wiener Werkstätten, eines Innenausstatters, den man nach einem kurzen juristischen Intermezzo auf Neue Wiener Werkstätten umtaufen musste. Das Leben zwischen Wien und Pöllau bot Friederike Polzhofer aber immer noch nicht ausreichend Abwechslung, und so stellte sie sich Mitte der 1990er-Jahre die allumfassende Sinnfrage: „War das schon alles?“
Die Antwort lag auf der Hand: natürlich nicht. Also stürzt sich
die, bei allem Geschäftssinn, ausgesprochen bedächtig wirkende Steirerin in ein geschäftliches Abenteuer: Gemeinsam mit ihrem kroatischen Geschäftspartner Josip Susnjara übernimmt sie 2003 den Kursalon Hübner als Geschäftsführerin. „Das war ein langes Hin und Her, weil ich eigentlich nicht nach Wien wollte und zunächst meinem Geschäftspartner eine Absage erteilt habe“, erinnert sie sich. Am Ende siegte die Neugier und die Lust am Neuen. Auch, weil Polzhofer viele Synergien erkannte: Leute, die Möbel brauchen, brauchen hin und wieder eine Eventlocation und umgekehrt. So ihr schlüssiger Ansatz.
Gemeinsam mit Susnjara verpasste sie dem in die Jahre gekommenen Kursalon – eine Top-Eventlocation am Wiener Stadtpark – wieder einen frischen, jugendlichen Anstrich, veranstaltet an 365 Tagen im Jahr im ersten Stock klassische Konzerte und hat mittlerweile auch das Restaurant und das Catering im Kursalon Hübner über. „Mein Geschäftspartner deckt sehr viel vom Tagesbusiness ab. Er ist fast immer da“, argumentiert sie meinen verwunderten Blick elegant weg.
Etwa zur selben Zeit wie der Kursalon trat auch Golf in das Leben der stets gut gelaunten Businesslady: Der Platzreife in Bad Tatzmannsdorf folgt ein erstes Turnier, das vorrangig mit viel Frust besetzt war, verständlicherweise. Aber auch hier findet Polzhofer sofort den Schlüssel, Negatives ins Positive zu kehren: „Golf ist eine tolle Sportart, weil man sich immer wieder neue Ziele setzen kann.“ Das ihre sei Handicap 18 und natürlich möglichst viele Golfplätze zu spielen, Neues zu erleben. Wie im Geschäftsleben. Und wie im Geschäftsleben macht es Polzhofer auch am Golfplatz Spaß, sich den Herausforderungen zu stellen. Adamstal etwa spiele sie besonders gerne, „weil das ein richtig schwieriger Golfkurs ist für mich. Und ich plage mich gerne.“ Allerdings gibt es auf den Greens und Fairways dieser Welt eine Friederike, die es im Geschäftsleben nie geben würde: Risiko findet nur beim Golfen statt – wenn es ums Geschäft geht, herrschen Strategie und Bedächtigkeit vor. Auch das öffentliche Ärgern auf der Runde ist nicht so das Ihre. Eher werde sie ruhiger, würde sie auf der Runde etwas wurmen. So würde sie sich auch unangenehmen Flightpartnern gegenüber verhalten – natürlich nicht präjudizierend, sondern nach einem Zwischenfall. „De facto ist das aber noch nie der Fall gewesen“, streut sie ihren bisherigen Golfpartnern nachträglich noch Rosen.
Wie sehr Golf mittlerweile das Leben der erfolgreichen Businesslady mitbestimmt, zeigt sich anhand ihres Kofferraums: Immer ist das Golfbag an Bord und immer eine Garnitur frischer Golfkleidung. Schließlich weiß man nie, wann einen der Ruf zu einer Runde Golf ereilt, und da gilt es, jedenfalls bereit dafür zu sein.
Bereit ist Friederike Polzhofer auch für den nächsten Golfurlaub, der sie nach Portugal führen wird. Denn: Urlaub findet nur mehr dort statt, wo auch ein Golfplatz ist, und dann wird täglich am Spiel gefeilt – Handicap 18 kommt schließlich nicht von selbst.














